Posted by: APO | 3 June 2008

Kommission stellt weitere humanitäre Hilfe zur Bekämpfung der akuten Unterernährung in der Sahelzone bereit

Kommission stellt weitere humanitäre Hilfe zur Bekämpfung der akuten Unterernährung in der Sahelzone bereit

BRUSSELS, Belgium, June 3, 2008/African Press Organization (APO)/ —
Die Europäische Kommission hat zusätzliche 5 Mio. EUR für die Verringerung der akuten Unterernährung und der Sterblichkeitsrate in der westafrikanischen Sahelzone gewährt. Die Hilfe ist für die Bedürftigsten bestimmt, darunter vor allem geschätzte 1,3 Millionen unterernährte Kinder unter fünf Jahren sowie 5 Millionen unterernährte schwangere und stillende Frauen. Betroffene Länder sind Burkina Faso, Tschad, Mali, Mauretanien und Niger sowie die Sahelgebiete im Norden von Benin, in Côte d’ Ivoire, Guinea, Nigeria und Togo. Der Beitrag wird zusätzlich zu den im Juni 2007 gewährten 25 Mio. EUR (s. IP/07/785) und den dieses Jahr gewährten 5 Mio. EUR für Nahrungsmittelhilfe in der Sahelzone bereitgestellt. Der jüngste massive Anstieg der Lebensmittelpreise hat den Druck auf die bedürftigsten Bevölkerungsgruppen in der chronisch krisenanfälligen Region weiter erhöht.

Louis Michel, der Europäische Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, sagte: “Bedürftige Menschen in der Sahelzone sind bereits jetzt kaum in der Lage, dem stetigen Dürrezyklus, Heuschreckenplagen, Epidemien und Nahrungsmittelengpässen standzuhalten. Die steigenden Lebensmittelpreise verschlechtern ihre Ernährungssituation weiter und drohen, eine humanitäre Katastrophe auszulösen. Die Reaktion der Kommission beruht auf zwei Grundsätzen: neue Zuschüsse und intelligente Ausgaben. Unser Plan für humanitäre Hilfe für die Sahelzone ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir nicht nur gegen akute Unterernährung, sondern auch gegen deren Ursachen vorgehen.”

Durch die Deckung des unmittelbarsten Bedarfs ergänzt die humanitäre Hilfe der Kommission für die Sahelzone den längerfristig angelegten Europäischen Entwicklungsfonds, der unter anderem darauf abzielt, die Länder der Sahelzone bei der Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele, insbesondere der Verringerung von Hunger und Armut sowie der Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit, zu unterstützen. Die Kindersterblichkeit in der Sahelzone ist eine der höchsten der Welt, wobei sechs von zehn Kindstoden mit Unterernährung in Zusammenhang stehen. Anders ausgedrückt sterben jährlich 300 000 Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung und damit verbundenen Ursachen.

Das Konzept der Kommission soll zur besseren Bewältigung externer Schocks in der Zukunft verhelfen. Bei Kindern soll bereits vor dem Stadium der schweren Unterernährung eingegriffen werden, indem auch eine mäßige Unterernährung behandelt wird. Finanziert werden über den Plan für die Sahelzone therapeutische Fertignahrungsmittel und Gesundheitsversorgungsmaßnahmen sowie die Ausgabe von insektizidbehandelten Moskitonetzen, Schulungen für Gesundheitspersonal, Programme zur Verhütung von Unterernährung und Unterstützung für örtliche Systeme zur früheren Identifizierung unterernährter Kinder.

In Niger haben die von der Kommission finanzierten humanitären Hilfsprojekte zur Senkung der Gesamtrate der akuten Unternährung bei Kindern – eines wesentlichen humanitären Indikators – von 15% im Jahr 2005 auf 10% im Jahr 2007 beigetragen.

Alle Mittel werden über den Kommissar Louis Michel unterstellten Dienst für humanitäre Hilfe weitergeleitet. Die Projekte werden von nichtstaatlichen Hilfsorganisationen, spezialisierten UN-Organisationen und der Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung durchgeführt. ECHO verfügt über ein Regionalbüro in der senegalesischen Hauptstadt Dakar und setzt Experten in Niger und Burkina Faso ein. Diese verfolgen die Entwicklung der humanitären Lage genauestens, spielen eine aktive Rolle bei der Koordinierung der Hilfsmaßnahmen vor Ort und überwachen den Einsatz der Hilfsgelder der Kommission.

Die Kommission widmet einer verbesserten Verknüpfung von Sofort- und Entwicklungshilfe große Aufmerksamkeit, damit die langfristige Nachhaltigkeit der humanitären Hilfe erhöht wird und humanitäre Anliegen bei der Planung der Entwicklungshilfe systematisch berücksichtigt werden. Vor allem im Kontext des 10. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) koordiniert ECHO seine Tätigkeit daher eng mit den für die Entwicklungsstrategien und –programme zuständigen Kommissionsdienstellen. Sämtliche Länderstrategiepapiere des 10. EEF beinhalten nun auch Maßnahmen zur Reaktion auf die unsichere Ernährungslage in der Sahelzone.

 

SOURCE : European Commission


 


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